Die fünf Geheimnisse erfolg­reicher Teams

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Teamentwicklung -  Fünf Geheimnisse für leistungs- und zukunftsfähige Teams

Was leistungs- und zukunftsfähige von mittelmäßigen Teams unterscheidet

Willkommen in der neuen Remote-Realität der Arbeitswelt: Inzwischen haben wir uns alle wunderbar mit MS Teams, Zoom, Mural, Asana und Co. eingefuchst. Gleichzeitig spüren wir mangels physischer Nähe zu unseren Kollegen im aktuellen Arbeitsalltag stärker denn je, ob wir tatsächlich eine gemeinsame Vision verfolgen, welchen Effekt fehlende oder unklare Kommunikation hat und wie sehr wir auf Teamarbeit angewiesen sind. Kurzum: wie gut oder eben nicht das Team funktioniert. Sind wir als Team gut aufgestellt? Und was ist das Erfolgsgeheimnis richtig guter Teams? Spoiler: Das sind völlig andere Kriterien, als die, auf die man mit den üblichen Systematisierungsansätzen kommen würde.

Der Großteil der Arbeit in Organisationen wird nicht von Einzelnen geleistet, sondern von Teams. Die Zusammenarbeit mit anderen beflügelt den Menschen zu mehr Produktivität. Das Team ist die wohl leistungsfähigste Organisationseinheit: Hier werden Ideen geboren, Probleme gelöst und Konzepte geplant und verprobt. Mitglieder in einem Teams stark voneinander abhängig. Sie brauchen einander, um Lösungen und Ergebnisse zu schaffen. Was ihrem produktiven Potential im Weg stehen, sind unklare Rollen und Verantwortlichkeiten, zwischenmenschliche Konflikte, Kommunikationsfehler, ein fehlender Match zw. Anforderungen und Kompetenzen u.v.m.

Auch Google wird als Unternehmen stark von Teams geprägt und stellte sich 2012 die Frage, was Teams erfolgreich im Sinne der Wirksamkeit macht. So setzte Google das interne Forschungsprojekt Aristoteles auf, um den Geheimnissen erfolgreicher Teams auf die Spur zu kommen. Der Erfolg in Teams wurde definiert aus die Summe der Bewertungen durch die Unternehmensführung, die Teamleitung, die Teammitglieder und die quantitative Performance. Die Forscher untersuchten weltweit 180 Teams unterschiedlicher Performance-Levels auf Teamzusammensetzung (z.B. Demographie, Kompetenz, Persönlichkeit) und Teamdynamik (z.B. Kommunikation und Verhaltensweisen).

Wichtige Erkenntnis der Aristoteles-Studie: Anders als erwartet fanden sich keinerlei Muster in Bezug auf die Zusammensetzung aus Demographie, Hintergrund oder Persönlichkeit. Stattdessen identifizierte die Forschergruppe fünf erfolgskritische Verhaltensnormen. Das "wer" in Teams hat deutlich weniger Einfluss auf den Erfolg als das "wie". Sprich: Mit der richtigen gelebten Teamkultur gibt es keine hoffnungslosen persönlichen Fälle bzw. Schicksale.

 

Die fünf Top-Treiber, die Teams erfolgreich machen:

1. Psychologische Sicherheit

Wichtigster Treiber für funktionierende Teams ist die wahrgenommene Sicherheit des Einzelnen, zwischenmenschlich mit offenem Visier kommunizieren und agieren zu können: "Wenn ich im Team einen Fehler mache, wird dieser nicht gegen mich verwendet." Es braucht Offenheit und eine Fehlerkultur, in der Menschen Ideen aussprechen, Fragen stellen und Fehler machen können - ohne Sorge, belächelt oder bestraft zu werden.

2. Verlässlichkeit

Teammitglieder können sich aufeinander verlassen, ihr Arbeit in der vereinbarten Qualität und im vereinbarten Zeitrahmen zu leisten: "Wenn meine Kollegen mir zusagen, dass sie eine bestimmte Arbeit zu einem bestimmten Termin fertigstellen, tun sie das auch."

3. Struktur und Klarheit

Jeder im Team kennt die Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen im Team. Und es gibt individuelle und gemeinschaftliche Ziele: "In unserem Team gibt es klar definierte Zuständigkeiten und Entscheidungsprozesse."

4. Persönliche Sinn

Der Sinn der Arbeit ist für jeden im Team ersichtlich: "Die Arbeit, die ich im Team mache, ist mehr als ein Job, sondern ist für mich persönlich bedeutsam." Dieser Sinn ist individuell und variiert durchaus zwischen Teammitgliedern, z.B. Selbstbestätigung und -verwirklichung, finanzielle Sicherheit, Work-Life-Balance, Familienfreundlichkeit.

5. Bedeutung / Wirkung

Die Arbeitsergebnisse des Teams sind für die übergeordneten Ziele und Visionen der Organisation wichtig und notwendig: "Mir ist bewusst, dass wir als Team einen Beitrag für den Erfolg des Gesamtunternehmens leisten."

Es ist schon etwas paradox, dass Google als Vertreter der datengetriebenen „number crunchers“ in seiner Forschung zu denselben Erkenntnissen gelangt ist, die ein guter Manager – bewusst oder unbewusst – schon immer gelebt hat: In den besten Teams hören Menschen einander zu und haben ausgeprägte Antennen für Gefühle und Bedürfnisse anderer. Das macht die Google Studie nicht weniger wertvoll, wie ich finde. Sie belegt (vermutlich unabsichtlich), dass sich auf der Jagd nach dem perfekten Team Imperfektion i.S. von Offenheit und gelebter Fehlerkultur als sehr nützlich erweist.

Gerade jetzt, da die Teamarbeit in fast allen Organisationen neu gedacht wird, ist die Zeit für einen Boxenstopp, um das Betriebssystem des Teams unter die Lupe zu nehmen, Sicherheit und Klarheit zu schaffen, Sinn, Ziele und Strategien zu definieren, Lücken zu schließen und Widersprüche aufzulösen.

Was bringt es konkret, Teamwork auf die Agenda zu heben?

  • Transparenz für das eigene Teamgefüge mit seinen Stärken und Baustellen
  • Verständnis, warum und wie in Teams die Sachebene immer mit Gruppendynamik und Persönlichkeit der Einzelnen gekoppelt ist
  • Iterative Verbesserung des Teamsystems gemeinsam mit dem Team
  • Klarheit, Einigkeit und Commitment im Team für alle relevanten Schlüsseldimensionen der Teamkultur
  • Entwicklung, Verabschiedung und Inititiierung gemeinsamer Ziele, Strategien und Arbeitsweisen
  • Kurzum: Das Team ist handlungs-, leistungs- und zukunftsfähig.

 

Interessiert, tiefer in das Thema einzutauchen? Das Team nach vorne zu bringen und leistungsfähiger zu machen?

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